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Programm

Veranstaltungsort: dbb forum, Friedrichstraße 169, 10117 Berlin

Der Kongress wurde bei der Ärztekammer Berlin akkreditiert. Teilnehmende aus medizinischen Berufen erhalten für den Besuch 6 Punkte.

FREITAG, 30. OKTOBER 2020

13.15 Uhr: Check-in

Moderation des Tages: Angela Krumpen

Radiojournalistin, Autorin und Moderatorin

14 Uhr: Begrüßung durch die Veranstalter

Dr. Ulrich Freiesleben, Identity Foundation

Dr. Cai Werntgen, Udo Keller Stiftung Forum Humanum

Dr. Alexander Poraj, West-Östliche Weisheit Willigis Jäger Stiftung

14.20 Uhr: Impuls

Sind Heilung und Gesundheit etwa das Ergebnis von Reifungsprozessen oder ist es vielleicht umgekehrt?

Begrüßung durch den wissenschaftlichen Beirat / Einführung in das Tagungsthema

Prof. Dr. med. Tobias Esch

Leiter der Universitätsambulanz für Integrative Gesundheitsversorgung und Naturheilkunde
und des Instituts für Integrative Gesundheitsversorgung und Gesundheitsförderung
an der Universität Witten/Herdecke

Meditation im Alltag und mit „vollem Bewusstsein“ betrieben führt über die Zeit zu dynamischen Veränderungen, sowohl intrapsychisch als auch intersozial, im individuellen Bewusstsein, aber auch im kollektiven Sein, gespiegelt von unseren Gehirnen: unsere Hardware verändert sich – nicht nur unsere Aktivitäten, unser Denken und unser Tun. Und so führt regelmäßige Meditation zu Reifungsprozessen und Veränderungen, die man im Sinne einer Herzensbildung oder Bewusstseinsbildung auffassen kann. Was liegt dann näher, als in den näheren Fokus zu nehmen und zu fragen, was Meditation und Bewusstseinsbildung in Bezug auf Bildung allgemein beitragen können und, mehr noch, welche Aspekte Bildungsforschung und Pädagogik aus den Erkenntnissen der Meditations- und Bewusstseinswissenschaft übernehmen könnten? Letztendlich geht es um Impulse des Wachstums, die heute auch in besonderer Weise für Führungsqualitäten (Leadership) gefragt sind. Es geht um Führung im Außen, aber auch um innere Führung, um Selbstführung – Prozesse von Resonanz und Berührung im Miteinander und im eigenen Sein. Die Integrative Medizin greift diese Aspekte beispielhaft auf und integriert sie. Geistes- und Naturwissenschaften werden an dieser Schnittstelle zusammengeführt. Und so ist gerade die Spiritualität heute ein moderner Aspekt, auch in den angeschlossenen Wissenschaften, der in beide Welten hineinreicht und als Brücke in die Transzendenz und in das Wachstum einer „höheren“ Wissenschaft führen könnte.

14.50 Uhr: Musikalisches Intermezzo

Claus Rückbeil

Bansuri-Spieler (indische Querflöte), Jazzgitarrist und musikalischer Leiter der Jazzschule Berlin

Themenblock Spannungsfelder & Transformationen

15 Uhr: Vortrag

Die Dosis macht den Unterschied

Wie Meditation bei Langzeitmeditierenden wirkt

Prof. Dr. Stefan Schmidt

Stiftungsprofessur für Systemische Familientherapie, Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Universitätsklinikum Freiburg

Die Meditations- und Achtsamkeitsübungen werden immer kürzer, schon wenige Sekunden täglich sollen genügen. Wie sieht es aber wirklich mit langfristigen Effekten aus und was weiß man über Menschen, die eine jahrelange Praxis pflegen? In seinem Vortrag thematisiert Stefan Schmidt Studien zur Demenzprävention durch Meditation, zu besonderen Bewusstseinszuständen bei Langzeitmeditierenden und zeigt, dass Expert*innen in Meditation durch einen stabilen introspektiven Zugang zu ihrer Innenwelt der Forschung neue Einsichten bieten können.

15.30 Uhr: Impuls

Mehr Moral und Nächstenliebe?

Ein achtsamer Blick auf den Achtsamkeit-Hype

Dr. Simon Schindler

Institut für Psychologie, Universität Kassel

Achtsamkeit liegt sowohl in der psychologischen Forschung als auch in vielen gesellschaftlichen Bereichen im Trend und genießt einen nahezu makellosen Ruf. Dieser Vortrag will auf eine Forschungslücke bei möglichen unerwünschten Auswirkungen hinweisen. Es werden Ideen zu negativen Konsequenzen auf zwischenmenschlicher und moralischer Ebene theoretisch hergeleitet und erste Studien dazu vorgestellt, die eine differenzierte Sichtweise auf die Auswirkungen von Achtsamkeit nahelegen.

15.50 Uhr: Impuls

Achtsame (Um)wege zur Nachhaltigkeit

Wie wir mit Achtsamkeitsmeditation unser Konsumverhalten ändern

Dr. Sonja Geiger

Institut für Berufliche Bildung und Arbeitslehre, Technische Universität Berlin

Mit meditieren den Planenten retten? Kann das gehen? Ein Forschungsteam an der TU Berlin ist in einem dreijährigen Forschungsprojekt BiNKA (Bildung für nachhaltigen Konsum durch Achtsamkeit) dieser Frage nachgegangen. Die leitende Psychologin Dr. Sonja Geiger zeigt in Ihrem Vortrag verschiedene Potenziale auf, wie Achtsamkeit eine nachhaltige Entwicklung unterstützen kann, während sie auch ernüchternde Ergebnisse nicht ausspart. Vielversprechend waren die schwindende Bedeutung materieller Werte bei gleichzeitig steigendem Wohlbefinden, was für einen langsamen Weg der Achtsamkeit zu einem nachhaltigeren Glück spricht.

16.10 Uhr: Kaffeepause

16.40 Uhr: Vortrag

Vom Ego-System zum Eco-System

Wege zur Transformation von Bildungswesen und Business

Dr. C. Otto Scharmer

Senior Lecturer am Massachusetts Institute of Technology (MIT) und Mitbegründer des Presencing Institute

Unsere Lern- und Arbeitswelten sind von Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Ambiguität geprägt. Und aus den Erfahrungen von gestern können wir nur bedingt für morgen lernen. Zukunftsfähigkeit zu entwickeln bedeutet heute insbesondere, den Schritt vom Ego-System zum Eco-System zu vollziehen, zu lernen, wie wir zu gemeinsamen Absichten finden und diese ko-kreativ in die Welt bringen. Es geht darum, neue Fähigkeiten der Wahrnehmung zu kultivieren und diese gemeinsam zu erproben. Im bewussten Nichtwissen, wertschätzendem und schöpferischem Zuhören sowie durch die Kraft von Präsenz und Stille kann uns die Zukunft als Möglichkeit entgegenkommen. Achtsamkeit ist dabei eine wesentliche Grundlage für diese Gestaltungsprozesse.

Der Vortrag endet mit einem Dialog mit Dr. Cai Werntgen, Udo Keller Stiftung Forum Humanum.

17.40 Uhr: Meditation

17.45 Uhr: Impuls

Mehr als nur Didaktik

Kommunikation und Achtsamkeit in der Lehrer*innenausbildung

Susanne Krämer

Fachberaterin Kommunikation am Zentrum für Lehrerbildung und Schulforschung der Universität Leipzig
(Foto: Christian Hüller)

Lehrpersonen wie Schüler/Schülerinnen stehen unter wachsendem Leistungsdruck, welcher die Anforderungen einer durchökonomisierten Gesellschaft wiederspiegelt. Auf der anderen Seite gibt es eine in der Menschheitsgeschichte noch nie dagewesene Fülle an Angeboten und Konsumreizen, die um unsere Aufmerksamkeit buhlen und eine "Kultur der Zerstreuung" entstehen lassen. Vor diesem Hintergrund wird die Schaffung einer lernförderlichen, kooperativen Atmosphäre zur Grundvoraussetzung des Bildungsprozesses. Hier kann Achtsamkeit einen wichtigen Beitrag leisten. Nach einem Überblick über die wichtigsten Forschungsergebnisse im schulischen Kontext folgt eine exemplarische Vorstellung anhand des Seminars "Kommunikation und Achtsamkeit", welches seit 2013 an der Universität Leipzig gelehrt wird.

18.05 Uhr: Impuls

Bildung 5.0 – Wissenschaft, Hochschulen und Meditation

Ein Pilotprojekt an der Frankfurt University of Applied Sciences

Dr. Reiner Frey

Leiter des lehr- und forschungsorientierten Hochschulprojekts „Persönlichkeit, Reflexion und Gesellschaft“, Frankfurt University of Applied Sciences

Werden Bildung und Wissenschaft den Anforderungen des Menschseins im digitalen Zeitalter noch gerecht? Das vor mehr als drei Jahren gestartete Lehr- und Forschungsprojekt legt angesichts der Herausforderungen von digitalen Medien und der Komplexität gesellschaftlicher Strukturen den Fokus auf die Persönlichkeitsbildung der Studierenden. Ein Einbezug von Meditation und Selbstreflexion in eine reformierte Bildung ist ein neuer, „ganzheitlicher“ Weg, über die segmentierten Fächerkulturen hinauszugehen, um Freiheit und Selbststeuerung des Individuums wiederherzustellen.

18.25 Uhr: Impuls

Agilität lernen mit System 

Transdisziplinärer Wissenstransfer für Kompetenzentwicklung

Dr. med. Cornelia Birta

Next Generation Leadership Programm, Hochschule für Wirtschaft Zürich, Gründerin von FIT FOR TRANSFORMATION

Wirtschaft sowie Lehr- und Medizinsysteme, befinden sich mitten in einem Paradigmenwechsel und brauchen neue Lösungen sowie schnellere Anpassung. Führungskräfte müssen in diesem Spannungsfeld die richtigen Entscheidungen treffen und ständig in einer disruptiven, komplexen Welt zwischen Chancen und Gefahren abwägen. Das erfordert Ausdauer, Reflexionsfähigkeit, Kreativität und neue Denkansätze. Anhand eines Praxisbeispiels aus fünf Jahren Lehre an der Hochschule für Wirtschaft Zürich stellt Dr. Cornelia Birta das innovative Kompetenzentwicklungsmodell «Leadership Empowerment System» vor, welches eine einzigartige Know-how-Mischung aus der Mind-Body-Medizin, Innovationsmanagement und Business bietet.

18.45 Uhr: kurze Pause

19 Uhr: Musikalisches Intermezzo / Claus Rückbeil

19.10 Uhr: Impuls

Unverfügbarkeit und Responsivität

Lebendigkeit als Erfahrung eines existenziellen Berührtwerdens

Prof. Dr. Hartmut Rosa

Professor für Allgemeine und Theoretische Soziologie, Friedrich-Schiller-Universität Jena, Direktor des Max-Weber-Kollegs in Erfurt    (Foto: juergen-bauer.com)

Die moderne Gesellschaft zielt ihrer institutionellen wie ihrer kulturellen Verfassung nach auf eine Steigerung und Ausweitung der Horizonte des Verfügbaren, das heißt des Wissbaren, Erreichbaren, Beherrschbaren, Nutzbaren und Kontrollierbaren. Sie ist strukturell auf eine derartige Form der Weltbeziehung angewiesen, deren motivationale Energie und Antriebskraft sie aus den kulturellen Idealen der Autonomie und der Souveränität bezieht. Diese strukturelle und kulturelle Formation führt aber zu einem ‚aggressiven‘ Weltverhältnis, das sein Versprechen nicht einlöst: Die in immer stärkerem Maße verfügbar gemachte Welt erweist sich am Ende gerade nicht als ‚domestiziert‘, sondern als bedroht und bedrohlich zugleich, und die Subjekte erfahren sich ihr gegenüber weniger als allmächtig denn als ohnmächtig. Der Vortrag untersucht demgegenüber die Möglichkeit, die Form und die Grenzen eines alternativen Weltverhältnisses, das sich als eine ‚mediopassive‘ Weltbeziehung beschreiben lässt. Diese sucht die Erfahrung von Lebendigkeit und von Selbstwirksamkeit gerade nicht in den Formen der Beherrschung und Kontrolle, sondern in einer Verbindung, welche die prinzipielle Unverfügbarkeit des Gegenübers als konstitutiv für gelingendes Leben und als Ausgangspunkt für die Entstehung des Neuen begreift. Mediopassiv meint dabei eine Welthaltung, die sich zwischen aktiv und passiv bewegt, in der sich das Subjekt nicht als Täter oder als Opfer, sondern als rezipierender und kontribuierender Beteiligter eines Geschehens begreift. Sie ist damit ebenso sehr mediopassiv wie medioaktiv. Meditation könnte dann eine Praxis sein, welche die Realisierung eines solchen mediopassiven Weltverhältnisses einzuüben versucht.

19.50 Uhr: Mindfulness Lab

Mitwirkende des Tages im Dialog

mit

Dr. med. Cornelia Birta, Dr. Reiner Frey, Dr. Sonja Geiger, Susanne Krämer, Dr. Simon Schindler, Prof. Dr. Stefan Schmidt

20.30 Uhr: Ende des Kongresstages

SAMSTAG, 31. OKTOBER 2020

Moderation des Tages: Prof. Dr. med. Angela Geissler

Chefärztin, Robert-Bosch-Krankenhaus Stuttgart, Zen-Meditationslehrerin

8 Uhr: Check-in

8.30 Uhr: Begrüßung

Musikalisches Intermezzo / Claus Rückbeil

8.40 Uhr: Science Slam

Nachwuchswissenschaftler geben Einblicke in aktuelle Forschungsprojekte zu Meditation und Achtsamkeit

Stressreduktion durch Achtsamkeit beim Bergwandern 

auf Basis der Longitudinalstudie "Stressreduktion durch Bergwandern"

Anton Abbattista, B.Sc.

Deutsche Hochschule für Gesundheit und Sport

Identität, Grenzen und Bewusstsein

Phänomenologie und Dekonstruktion in der Philosophie, Meditation und Psychotherapie 

MA Vera Borrmann

Universität Wien

Burnout: Bin ich hier richtig oder bin ich schon krank? 

Erweiterung des bio-psycho-sozialen Modells um Spiritualität und Kultur auf Basis des Burnouts bei Berufstätigen

Ian W. Listopad

Universität Witten/Hedecke, Institut für Integrative Gesundheitsversorgung und Gesundheitsförderung

Der Einfluss von Achtsamkeitstraining auf das Essverhalten 

Die Effektivität von Achtsamkeitstraining als Interventionsstrategie für Stress-assoziierte Fehlernährung 

Alyssa Torske

Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München & The Graduate School of Systemic Neurosciences der Ludwig Maximilians Universität

Compassion Focused Therapy (CFT) bei Menschen mit Intelligenzminderung und psychischen Störungen

Dr. rer. nat. Johannes Graser (Dipl.-Psych., Psychologischer Psychotherapeut, Verhaltenstherapie)

Universität Witten/Herdecke, Abteilung Klinische Psychologie und Psychotherapie II

Achtsamkeitsbasierte Interventionen zur Reduktion von Burnout und Stress bei Ärzt*innen

Eine systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse 

M.Sc. Johannes Fendel

Wirtschaftspsychologie, Institut für Psychologie Universität Freiburg in Kooperation mit der Sektion Systemische Gesundheitsforschung, Universitätsklinikum Freiburg; Sonderforschungsbereich 1015 Muße, Universität Freiburg

Moderation: Prof. Dr. Dr. phil. Harald Walach

Professor für Forschungsmethodik an der Medizinischen Universität Poznan, Polen und Gastprofessor für philosophische Grundlagen der Psychologie an der Universität Witten-Herdecke

9.30 Uhr: Meditation

Leben ist Lauschen

Eine kleine Einführung in die Zen-Meditation

Dr. med. Friederike Boissevain

MAS Palliative Care, Internistin, Hämato-Onkologin, Palliativmedizinerin, Vorsitzende Hospizverein Dänischer Wohld e.V., Geschäftsführerin Hospiz im Wohld gGmbH, Soto-Zen-Priesterin

Unsere Sicht der Welt wird bestimmt durch den Fokus unserer Aufmerksamkeit. Diese ist häufig durch das determiniert, was ich für mich selbst gerne möchte oder nicht. Das ist verständlich und keinesfalls verwerflich. Nur kann diese Haltung auch eines hervorbringen: wir werden (mehr) leiden. Meditation wird dieses Dilemma nicht lösen. Aber sie vermag es, uns erfahren zu lassen, wie es sein kann, dem Fluss des Lebens vertrauensvoll zu folgen, wobei unser Ich gelegentlich am Ufer zurückbleibt. Hiermit bietet sie uns eine heilsame wie dringliche Alternative an: so zu leben, wie ich es mir von tiefstem Herzen wünsche – für mich und für alle, die mit mir sind.

Themenblock Medizin weiter denken

10 Uhr: Vortrag

Der Kampf der Medizin um ihre Identität 

Neue Wege zu einer werteorientierten Medizin

Prof. Dr. med. Giovanni Maio

Lehrstuhl für Ethik in der Medizin, Universität Freiburg

Die moderne Medizin ist in der Krise. Und das liegt nicht an den Heilberufen, sondern an der gesundheitspolitischen Steuerung der Medizin. Wenn politisch gewollt die Kliniken nicht mehr soziale Einrichtungen sein sollen, sondern mittlerweile nur noch Wirtschaftsunternehmen, dann verändert sich die gesamte Kultur der Medizin, ja die Medizin wird ihrer eigentlichen sozialen Identität beraubt. Das schlägt sich nieder in einer Umwertung der Werte in der Medizin. Daher gilt es, die Medizin neu auszurichten auf die Werte, die für eine Medizin der Zuwendung zum kranken Menschen notwendig sind. Welche Werte das sind, wird in dem Vortrag vertieft und begründet.

10.30 Uhr: Kaffeepause

11 Uhr: Vortrag

Glück und Zufriedenheit in der Gesundheitsversorgung

Wie sich das Wohlbefinden von Health Care Professionals stärken lässt

Dr. PH Lena Werdecker

Institut für Integrative Gesundheitsversorgung und Gesundheitsförderung, Universität Witten/Herdecke

Ein beeinträchtigtes Wohlbefinden von Health Care Professionals kann sowohl mit Glück und Zufriedenheit des Einzelnen im Zusammenhang stehen als auch Auswirkungen auf die Versorgung der Patient*innen haben. Dieser Beitrag befasst sich mit dem Forschungsstand zu Interventionen für Health Care Professionals, die auf das Wohlbefinden abzielen. Die Forschungsergebnisse werden sowohl hinsichtlich des individuellen Wohlbefindens als auch in Bezug auf die Versorgungsqualität insgesamt beleuchtet.

11.30 Uhr: Vortrag

Resilienz in der Traumatherapie

Wirkung eines mitgefühlsbasierten Behandlungsansatz auf das Wohlbefinden von Psychotherapeut*innen

Dipl.-Psych. Claudia Lorena Orellana Rios

promovierte an der Europa Universität Viadrina (Frankfurt Oder) zum Thema Achtsamkeit, Selbstfürsorge und Mitgefühl bei Gesundheitsfachkräften, affiliert mit der Sektion für Systemische Gesundheitsforschung am Uniklinikum Freiburg

Kann die gezielte Kultivierung von Mitgefühl in der Behandlung von traumatisierten Patient*innen den emotionalen Stress der Therapeut*innen reduzieren? Im Vortrag werden die Ergebnisse einer Studie an 49 Psychotherapeut*innen vorgestellt, die vor, unmittelbar danach und sechs Monate nach Abschluss eines mitgefühlsbasierten, traumatherapeutischen Curriculums (Psychodynamisch Imaginative Trauma-Therapie nach Luise Reddemann) mittels quantitativer Erhebungsinstrumente und qualitativer Rückmeldungen hierzu befragt worden sind.

12 Uhr: Vortrag

Spirituelle Entwicklung von Ärztinnen und Ärzten

Caring and Healing, ein Begleitstudium für Medizinstudierende

Dr. med. Klaus-Dieter Platsch

Institut Caring and Healing, Akademie an der Steinbeis Hochschule Berlin

Arztsein ist weit mehr als nur die biophysikalischen, biochemischen und pathologischen Zusammenhänge von Krankheit zu begreifen. Dieses Modell der Medizin braucht eine transpersonale Erweiterung. Notwendig sind Erfahrungsräume, in denen die essenzielle Verbundenheit des Lebens, Selbstreflexion und Selbsterkenntnis als Grundlage einer heilsamen Persönlichkeitsentwicklung von Ärztinnen und Ärzten möglich sind. Caring and Healing stellt als akademisches Studium seit 2016 einen solchen Erfahrungsraum spiritueller und ganzheitlicher Entwicklung zur Verfügung. Es geht um die Öffnung jener Bewusstseins- und Herzensdimension, die uns auf das zeitlose Potenzial des Heilens und eine uns selbst überschreitende Liebe ausrichtet. Die tragende Essenz eines jeden Heilungsprozesses.

12.30 Uhr: Q&A mit den Referierenden des Tages

12.55 Uhr: Meditation

13 Uhr: Exploration Lab / Mittagspause

Diskutieren Sie mit Gleichgesinnten Fragen, die Ihnen zu Meditation und Achtsamkeit unter den Nägeln brennen

Sie möchten Menschen kennenlernen, die Ihre fachlichen Interessen teilen, und sich mit Ihnen austauschen? Unser Exploration Lab eröffnet Ihnen während der Mittagspause die Gelegenheit dazu. Wir bereiten für Sie Stehtische zu ausgewählten Fragestellungen vor, so dass Sie mit anderen zu einer ko-kreativen Exploration der Fragen, die Sie bewegen, zusammenfinden können.

Auswahl an Themen: Business  -  Therapie und Medizin  -  Spiritualität  -  Praxis & Alltag  -  Bildung, Schule & Universitäten  -  Wissenschaft & Forschung  -  Netzwerkbildung - Neurowissenschaften & Meditationspraxis - Achtsamkeit und Theater in der Friedensarbeit.

Wenn Sie sich weitere Themen wünschen, freuen wir uns über einen Hinweis.


Entlang der Friedrichstraße finden Sie zahlreiche Locations, bei denen Sie sich vorab mit einem Imbiss versorgen können. Darüber hinaus haben wir für Sie eine Übersicht mit Restaurants und Take-aways in der näheren Umgebung vorbereitet.


14 Uhr: Musikalisches Intermezzo / Claus Rückbeil

Themenblock Bewusstsein entfalten

14.10 Uhr: Vortrag

Das Paradox des Selbstbewusstseins:

Können wir überhaupt wissen, worin Bewusstsein besteht?

Prof. Dr. Markus Gabriel

Lehrstuhl für Erkenntnistheorie, Philosophie der Neuzeit und Gegenwart, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn    (Foto: Christoph Hardt of Future Image & Geisler)

Wenn wir uns unseren eigenen mentalen Zuständen, wozu das Bewusstsein gehört, zuwenden, verändern wir diese. Ein Zustand, dessen ich mir als solchem bewusst werde, unterscheidet sich anscheinend von einem Zustand, der vorliegt, ohne dass sich gleichsam der Scheinwerfer des Bewusstseins auf ihn richtet. Die Sachlage ist allerdings noch komplexer, wenn wir uns der tiefen Frage widmen, was Bewusstsein eigentlich ist und ob es sich, wie viele Neurowissenschaftler, Psychologen und Philosophen meinen, um eine Illusion handelt, die in Wirklichkeit gar nicht existiert. In meinem Vortrag werde ich einen Lösungsvorschlag für das Paradox des Selbstbewusstseins anbieten und dafür halten, dass es das Bewusstsein nicht gibt. Stattdessen sollten wir von einer Selbstbildfähigkeit des Menschen sprechen, für die der Titel des Geistes steht. Die Selbstbildfähigkeit ist ihrerseits historisch, diachron und synchron variabel, was bedeutet, dass wir mit radikaler mentaler Pluralität rechnen und anerkennen müssen, dass wir den Menschen nicht über einen vereinfachten Begriff des Bewusstseins feststellen oder gar neurowissenschaftlich erforschen können.

14.55 Uhr: kurze Pause

15.10 Uhr: Talk

Die Zukunft der Meditation

Menschliche und kulturelle Transformation als Lebenspraxis


Mitwirkende:

Liane Stephan

Gründern und Geschäftsführerin der Awaris GmbH gemeinsam mit Chris Tamdjidi

Dr. Thomas Steininger

Herausgeber evolve – Magazin für Bewusstsein und Kultur

Silke Weiß

Leiterin LernKulturZeit Akademie

Priv.-Doz. Dr. rer. nat. Dr. rer. medic. Daniel Wagner 

Psychologischer Psychotherapeut & Coach

Dr. Alexander Poraj 

Zen-Meister, Mitglied der spirituellen Leitung des Benediktushofes, Vorstand West-Östliche Weisheit Willigis Jäger Stiftung, Holzkirchen
(Moderation)

Meditation und Achtsamkeit können unser menschliches und kulturelles Selbstverständnis bereichern, wandeln und für neue Perspektiven der Lebensgestaltung öffnen. Welche Lehr- und Lern-Settings und Qualitätsmaßstäbe braucht es, damit Achtsamkeit ihre tiefere transformierende Kraft entfalten kann? Welche methodischen Ansätze und Erfahrungsräume sind dienlich, um die individuelle Praxis aus ihrem Selbstbezug zu befreien? Wie können therapeutische Interventionen über persönliche Heilung hinaus einen Beitrag zur Wandlung unseres sozialen Selbstverständnisses leisten? Ist es möglich, dass Meditation und Achtsamkeit Prozesse des kulturellen und gesellschaftlichen Wandels unterstützen, ohne instrumentalisiert zu werden? Fragen wie diesen möchten wir in unserem Talk nachgehen.


16 Uhr: Abschlussvortrag

Meditation als Praxis von Wagnis und Verzicht

Lebenskunst und Gesellschaft

Prof. em. Dr. Michael von Brück

Interfakultärer Studiengang Religionswissenschaft, Ludwig-Maximilians-Universität München

Meditation intensiviert die Wahrnehmung, so dass Zusammenhänge und wechselseitige Abhängigkeiten erlebbar werden, Kreativität gefördert und der Mut zur Transformation in der Lebenspraxis gestärkt wird. Dies ist Voraussetzung für die Entdeckung von Qualität im sinnlichen Erleben, im mentalen Spiel und in der Gestaltung des Alltags, individuell wie in kollektiven Bezügen. Eine erfüllte Lebenskunst findet das Maß zwischen Wagnis und Verzicht: Im Wagnis steckt Grenzüberschreitung, auch Risiko. Wagnis ist immer auch Abenteuer, es bedeutet, gegen den Strom zu schwimmen und alte Gewohnheiten des Denkens, Fühlens, Bewertens und Lebens abzustreifen. Verzicht kann eine kluge Selbstbeschränkung sein und einen Gewinn an Lebensqualität bedeuten, wenn dadurch intensivere Konzentration möglich wird. Gibt es eine Pädagogik solcher Lebenskunst? Kann Meditationspraxis ein Schlüssel für dieselbe sein? Wird eine Pädagogik der Meditation Grundlagen schaffen, damit moderne Industriegesellschaften den Qualitätssprung in eine nachhaltige Lebensweise erreichen?

16.45 Uhr: Verabschiedung

17 Uhr: Kongressende

(Programmänderungen vorbehalten)