Programm

Kongressprogramm Meditation & Wissenschaft 2018
am 30. November/1. Dezember 2018


Meditation zwischen Abgrund und Nirvana
Selbst-Optimierung für eine neue Welt?

Veranstaltungsort: dbb forum, Friedrichstraße 169/170, 10117 Berlin

Was die spirituellen Traditionen seit jeher wissen, ist dank der Neurowissenschaften heute auch in unserer Alltagswelt ein Versprechen, das immer häufiger eingelöst wird: die immensen Potentiale von Meditation im Hinblick auf unsere menschliche und gesellschaftliche Erneuerung. Medizin, Psychologie und Therapie greifen immer öfter auf die heilsame Wirkung der Achtsamkeit gezielt zurück. Im Business steht Meditation längst ganz selbstverständlich auf der Agenda des Gesundheitsmanagements. Und immer mehr Unternehmen machen sich ihre greifbaren positiven Effekte in der Leadership-Entwicklung und als treibende Kraft von Veränderungsprozessen zunutze. Achtsamkeit bewirkt etwas. Bei all dieser Euphorie zur Neuro-Optimierung und Selbstverbesserung gerät allerdings leicht aus dem Blick, dass Meditation und das, was sich aus ihr ergibt, nichts ist, das man „machen“ kann. Das Neue der „neuen Welt“, die in der Achtsamkeitspraxis aufscheint, ist immer auch das, was wir noch nicht wissen können und was sich unserer direkten Verfügbarkeit entzieht. Mystiker sprechen auch vom „Geheimnis“. Der Kongress Meditation & Wissenschaft 2018 stellt zahlreiche Praxisbeispiele aus Arbeits- und Alltagswelt, Medizin und Therapie vor, in denen Achtsamkeit sich bewährt. Er öffnet darüber hinaus eine Tür: zum Sinn, der jenseits unserer Selbstbilder und Wünsche entsteht, wenn wir unsere Erwartungen loslassen; zum Leben selbst, das vor aller Optimierung immer schon ein Ganzes ist.

 

Freitag, 30. November 2018

Tages-Moderation:
porajDr. Alexander Poraj, Zen-Meister, Mitglied der spirituellen Leitung des Benediktushofes, Vorstand West-Östliche Weisheit Willigis Jäger Stiftung, Holzkirchen

 


 

13.15 Uhr: Check-in

 

14 Uhr: Begrüßung durch die Veranstalter
Dr. med. Edda Gottschaldt, Oberberg Stiftung
Dr. Ulrich Freiesleben, Identity Foundation
Dr. Cai Werntgen, Udo Keller Stiftung Forum Humanum

 

14.10 Uhr: Begrüßung durch den wissenschaftlichen Beirat
Einführung in das Tagungsthema
eschProf. Dr. med. Tobias Esch, Lehrstuhlinhaber für Integrative primäre Gesundheitsversorgung an der Universität Witten/Herdecke und affiliierter Neurowissenschaftler an der State University of New York

 

14.25 Uhr: Musikalisches Intermezzo
Rudolf Faber, Mitarbeiter am Benediktushof Holzkirchen, langjährige Zen-Praxis, Ausbildung in Zen-Musik (Gong, Tambura, Stimme) bei Michael Vetter u.a.

 

Themenschwerpunkt
Achtsamkeit in der Arbeitswelt: Den Flow der Komplexität finden

 

14.30 Uhr: Vortrag
Achtsamkeit und kollektive Intelligenz
Wege zu einem nachhaltigen Team-Spirit
Chris Tamdjidi, Geschäftsführer der Kalapa Academy, Achtsamkeit in der Führungskräfteentwicklung, Forschung gemeinsam mit Forschungspartnern zu Achtsamkeit im Organisationsalltag

tamdjidiDie Kultivierung von Achtsamkeit geht Hand in Hand mit der Kultivierung von Gewahrsein und emotionaler Intelligenz. Dies ist nicht nur ein persönlicher Prozess, sondern einer, der auch in Teams verankert werden kann und somit ein wichtiger Schritt ist in der Entwicklung einer achtsamen Unternehmenskultur.  Anhand von Praxisbeispielen aus mehreren Firmen betrachten wir, wie Achtsamkeit in Teams verankert werden kann, und die messbaren Ergebnisse auf die emotionale Intelligenz von Teams.

 

14.55 Uhr: Vortrag
Präsent im Auge des Sturms
Wie Change-Prozesse von Achtsamkeit profitieren am Beispiel von RWE
Dr. phil Nicole Brauckmann, Executive Coach, Beraterin und Prozessbegleiterin für Veränderungsprozesse, Geschäftsführerin Coaching Change Consulting Brauckmann und Gründungsmitglied "Still Moving – Mindful Change Leadership"

brauckmannEs ist oftmals üblich, nötige Veränderungen mittels umfangreicher To-Do-Listen aus Initiativen und Programmen anzustreben. Wenn aber nicht klar ist, wie die Lösung aussieht, sich das System gar selbst neu erfinden muss, greift derartiger Aktionismus häufig zu kurz. Das Konzept der Achtsamkeit wurde bei RWE eingeführt, um Führungskräfte gegen reflexhaften Aktionismus zu wappnen und die vier in einer aktuellen Studie nachweisbaren Dimensionen erfolgreichen Change Managements gezielt auszuprägen.

 

15.20 Uhr: Talk
Neue Möglichkeitsräume öffnen
Wie Meditation und Achtsamkeit Unternehmen und ihre Mitarbeiter verändern
Ob im Gesundheitswesen, in Führungskräfte-Trainings oder der Weiterbildung von Mitarbeitern – Achtsamkeit hält immer mehr Einzug in die Unternehmenskulturen und verändert dabei das „business as usual“. Im Gespräch werden

clausenValérie Saintot, Juristin, Abteilungsleiterin in der Rechtsabteilung bei der Europäische Zentralbank, Gründerin des Projekts ‚Mindfulness at work’ bei der EZB, Frankfurt am Main

 

 


clausen

Andreas Clausen, Corporate Direktor Forschung und Entwicklung Beiersdorf, Achtsamkeitsbotschafter bei Beiersdorf

 

 

  

koch

Marie Koch, bei Upstalsboom für den Bereich Kultur & Entwicklung tätig

 

 

 

rittwegerDr. med. Roman Rittweger, Gründer der Unternehmensberatung "Advisors in Healthcare" und der digitalen Privaten Krankenversicherung ottonova

 

 

über ihre Erfahrungen mit Achtsamkeit im Arbeitsalltag sprechen. Welche positiven Veränderungen zeigen sich, wenn Mitarbeiter damit beginnen, sich in einem professionellen, nach außen orientierten Umfeld plötzlich der Innenwelt zuzuwenden? Was wird dadurch möglich, was ist vielleicht Illusion? Ist Meditation eine neue Durchbruchsstrategie fürs Business? Oder gibt es auch No-Go’s?

kohtesModeration: Paul J. Kohtes, Zen-Lehrer, Führungskräfte-Berater und Gründer der Identity Foundation – Gemeinnützige Stiftung für Philosophie

 

 


16 Uhr: Kaffeepause


Themenschwerpunkt
Das Ich zwischen bewusster Selbstentwicklung und Neuro-Optimierung


16.30 Uhr: Vortrag
Vom Autopilot zur inneren Freiheit
Neurowissenschaftliche Erkenntnisse zum freien Willen
Prof. Dr. rer. nat. John-Dylan Haynes, Psychologe und Hirnforscher am Bernstein Center der Charité – Universitätsmedizin Berlin, Direktor des Berlin Center for Advanced Neuroimaging

haynesMit Hilfe moderner Hirnscanner können menschliche Entscheidungen ausgelesen und sogar vorhergesagt werden. Es entsteht ein zunehmend mechanistisches Bild, wonach unsere Willensentscheidungen durch unsere Hirnprozesse festgelegt sind und wir nicht „wollen können, was wir wollen“. Aber ist durch die Hirnforschung die Freiheit unseres Willens wirklich prinzipiell in Frage gestellt? Und sind wir in der Lage, durch Achtsamkeitstechniken unsere Freiheit wiederherzustellen?

 

17.10 Uhr: Impuls
Grenzenlose Entwicklung?
Selbstformung, Neuro-Enhancement, Ethik
Dr. Roland Kipke, Philosoph, Lehrstuhl für Bioethik der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt

kipkeSelbstoptimierung ist in aller Munde. Insbesondere das so genannte Neuro-Enhancement (Hirndoping) wird kontrovers diskutiert: die Verbesserung mentaler Eigenschaften durch Medikamente. Oft wird der Eindruck erweckt, als ob es sich dabei nur um einen neuen Weg für das alte menschliche Streben nach Selbstverbesserung handelt. Ist das so? Oder gibt es gravierende Unterschiede zwischen Neuro-Enhancement und traditionellen Methoden der Übung? Wie ist Neuro-Enhancement ethisch zu beurteilen?

 
 
17.25 Uhr: Impuls
Meditation und Biofeedback
Möglichkeiten und Nutzen physiologischer Messungen während der Praxis
Dr. phil. nat. Ulrich Ott, Diplom-Psychologe, Bender Institute of Neuroimaging, Universität Gießen
(Foto: annavoelske.com)

ottViele Anbieter von Biofeedback-Geräten versprechen, dass diese die Meditation erleichtern, schneller und effektiver zum Ziel führen sollen. Welche Arten von Biofeedback gibt es überhaupt und was ist von diesen Versprechungen zu halten? Gibt es wissenschaftliche Belege für den Nutzen von Biofeedback für das Erlernen und Praktizieren von Meditation?

 
17.40 Uhr: Impuls
Bewusstseinszustände optimieren?
Binaurale Beat-Stimulation und Meditation
PD Dr. rer. nat. Juergen Fell, Kognitiver Neurowissenschaftler an der Klinik für Epileptologie der Universität Bonn

fellBinaurale Beats sind pulsierende akustische Wahrnehmungen, erzeugt durch phasensensitive Neurone des Stammhirns, wenn dem linken und rechten Ohr Töne mit leicht unterschiedlichen Frequenzen dargeboten werden. Binaurale Beat-Stimulation wurde als Methode zur Modulation von Bewusstseinszuständen propagiert. Die wissenschaftliche Datenlage ist leider spärlich. Einziger konvergenter Befund ist bisher eine Verminderung der Zustandsangst, welche auch bei monauraler Beat-Stimulation beobachtet wurde.

 

17.55 Uhr: kurze Pause


18.10 Uhr: Meditation

18.20 Uhr: Talk
Besser meditieren
Wie viel Optimierung verträgt das Loslassen?
Meditation als Weg der Transformation ist in den spirituellen Traditionen verbunden mit einem Loslassen und der Hingabe an das Numinose, das sich der individuellen Verfügbarkeit entzieht. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Wirkung von Meditation wecken indes auch Begehrlichkeiten. Gibt es Möglichkeiten, die Meditationserfahrung zu erleichtern oder sogar zu intensivieren? Welche Potentiale sind damit verbunden, welche Herausforderungen? Im Gespräch werden
Dr. Roland Kipke
Dr. Ulrich Ott
Dr. Jürgen Fell
das Spannungsverhältnis betrachten, das entsteht, wenn Meditation zu einer Methode der Selbstentwicklung gemacht wird. Und sie werden der Frage nachgehen, ob technologisches Enhancement vielleicht sogar die Welle kultureller Beschleunigung verstärkt, der wir auf diese Weise zu entfliehen versuchen.

gammaModeration: Dr. Anna Gamma, Gründerin des Instituts Zen & Leadership, Luzern

 

 

 

19 Uhr: Musikalisches Intermezzo
Rudolf Faber


19.10 Uhr: Festvortrag
Du sollst nicht funktionieren
Für eine neue Lebenskunst
Ariadne von Schirach, Philosophin

vonschirachWas kann es heißen, gut und bewusst zu leben? Am Anfang stehen Grundannahmen wie die Einsicht in die unbestimmte Natur des Menschentieres, den ewigen Wandel der Welt und die Notwendigkeit polaren Denkens. Damit blicken wir auf unsere Gesellschaft und ihr Verhältnis von Selbstoptimierung als Arbeit am Äußeren und Lebenskunst als Arbeit am Inneren. Letzteres führt uns dann zu drei existenziellen Problemen, mit denen sich jeder konfrontiert sieht, der sich aufmacht, zu werden, wer er oder sie ist.

 

19.50 Uhr: Mindfulness Lab bei Wein und Brezeln
Ausgewählte ReferentInnen im Dialog (bis 20.30 Uhr)

Mitwirkende:

  • Prof. Dr. Tobias Esch: Der Selbstheilungscode – Die Neurobiologie von Gesundheit und Zufriedenheit
  • Dr. Ulrich Ott: Risiken und Nebenwirkungen von Meditation
  • Prof. Dr. Michael von Brück: Kulturgeschichtliche Kontexte von Meditation
  • Dr. Anna Gamma: Meditation als Weg vom Ich zum großen Ganzen
  • Dr. Alexander Poraj: EntTäuschung – Über die Vorstellungen von Meditation hinausgehen
  • Chris Tamdjidi: Achtsamkeit, kollektive Intelligenz, Team-Spirit
  • Dr. Nicole Brauckmann: Achtsamkeit im Change-Management
  • Prof. Dr. John-Dylan Haynes: Wie frei ist der Wille?
  • Dr. Roland Kipke: Ethik der Selbstformung und Selbstentwicklung
  • Dr. Jürgen Fell: Hirnstimulation mit binauralen Beats
  • Dr. Roman Rittweger: Meditation zwischen Gesundheit und Geschäft
  • Andreas Clausen: Achtsamkeit bei Beiersdorf
  • Marie Koch: Achtsamkeit bei Upstalsboom
  • Ariadne von Schirach: Perspektiven einer neuen Lebenskunst

 

20.30 Uhr: Ende des Kongresstages

 


Samstag, 1. Dezember 2018


Tages-Moderation:
gammaDr. Anna Gamma, Gründerin des Instituts Zen & Leadership, Luzern

 


 

 

8 Uhr: Check-in

 

8.30 Uhr: Begrüßung der Teilnehmer

Musikalisches Intermezzo
Rudolf Faber

 

8.40 Uhr: Science Slam
Nachwuchswissenschaftler geben Einblicke in aktuelle Forschungsprojekte zu Meditation und Achtsamkeit
Moderation: Prof. Dr. Dr. phil. Harald Walach, Professor für Forschungsmethodik an der Medizinischen Universität Poznan, Polen und Gastprofessor für philosophische Grundlagen der Psychologie an der Universität Witten-Herdecke

Ist Achtsamkeit die Bildung par excellence?
Die Wirksamkeit eines Achtsamkeitstrainings bei Fünftklässlern
Laura Giessing, Institut für Sport und Sportwissenschaft, Universität Heidelberg

Achtsamkeit für ReferendarInnen
Kardiovaskuläre Belastung und Hausaufgabenpersistenz bei angehenden LehrerInnen
Philipp Biswas, Universität Tübingen

Mindfulness im Unternehmen
Einfluss von Führungsstil, Unternehmensgröße und Branche auf die Umsetzung von Achtsamkeitspraktiken
Elisabeth Garschall, MA, IMC FH Krems

Rezeptive Musiktherapie mit depressiven PatientInnen
Psychophysiologische Studie zur Erhebung der Herzratenvariabilität und Achtsamkeitserfassung
Anja Schäfer MAS, Barmherzige Brüder Graz, Abteilung Psychiatrie und Psychotherapie, Doktorandin an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg

Im Einklang mit Selbst und Welt
Untersuchung des Verhältnisses von Meditationspraktiken und phänomenologischen Resonanzbeziehungen zur Welt
Bennet Bergmann, Max-Weber-Kolleg Erfurt

 

9.30 Uhr: Meditation
Anthroposophische Meditation
Konkretheit und Weltbezug
Anna-Katharina Dehmelt, Dozentin für Anthroposophie und anthroposophische Meditation, diesbezügliche Forschung, Publikation und Vernetzung, betreibt das Institut für anthroposophische Meditation www.InfaMeditation.de
(Foto: Sebastian Knust)

dehmeltMeditation spielt in der Anthroposophie eine große Rolle – was allerdings außerhalb anthroposophischer Kreise noch immer nur wenig bekannt ist. Anthroposophische Meditation setzt ein durch Loslassen, Konzentration und Leere geschultes Bewusstsein voraus und baut also in gewisser Weise auf den östlichen Meditationspraktiken auf. Im Rahmen der anthroposophischen Diesseits-Spiritualität liegt der Schwerpunkt der Meditation dann aber mehr auf dem Konkreten als auf dem Allgemeinen, mehr auf der Fülle als auf der Leere. Wenn Mensch und Welt im Grunde eins sind, wie sieht diese Einheit angesichts bestimmter Lebensfragen dann jeweils ganz konkret aus?

 

10.15 Uhr: Kaffeepause

 

Themenschwerpunkt
Meditation in Medizin und Therapie: Von der Behandlung zur Selbstfürsorge und Souveränität

 

10.45 Uhr: Impuls
Wirkung von Meditation auf der Gen-Ebene
Mind-Body-Verfahren in der Gastroenterologie
Prof. Dr. med. Jost Langhorst, Internist und Gastroenterologe; Leitender Arzt, Integrative Gastroenterologie; Lehrstuhl für Naturheilkunde, Kliniken Essen-Mitte, Universität Duisburg-Essen

langhorst

Als Schnittstelle von Immunsystem, Nervensystem und Mikrobiom ist die Gastroenterologie und hier besonders die Enterologie ein Hot Topic in der aktuellen Forschungslandschaft. Für die Wirksamkeit von Meditation und Mind-Body-Verfahren auf Lebensqualität über den Einfluss auf Krankheitsaktivität bis hin zur Gen-Ebene liegt für Erkrankungen wie chronisch entzündlichen Darmerkrankungen oder das Reizdarmsyndrom erste Evidenz vor.

 

 

 

11.05 Uhr: Impuls
Resilienz durch Selbstmitgefühl
Einblicke in das gesundheitsfördernde Potenzial aus Forschung und Praxis
Dr. Christine Brähler, Psychologische Psychotherapeutin, Supervisorin, Dozentin, Ausbilderin in Mindful Self-Compassion (MSC) und Selbstmitgefühl in der Psychotherapie, affiliert mit der University of California San Diego, USA

braehlerWiderfährt uns Leid im Leben, so reagieren wir meist mit Scham und Selbstanklage, was die Belastung noch verschlimmert. Dies ist nicht unsere Schuld, bedarf jedoch einer effektiveren Emotionsregulation. Die Fähigkeit, sich selbst gütig und weise in Momenten von Belastung zu unterstützen, ist Selbstmitgefühl. Im Vortrag werden das Konzept, Forschungsbefunde sowie Beispiele aus der Anwendung in Trainingsprogrammen und Psychotherapie vorgestellt.

 

  

11.25 Uhr: Impuls
Beten im Horizont von Krankheit und Gesundheit
Empirische Zugänge zum Gebet
Prof. Dr. med. Arndt Büssing, Professor für Lebensqualität, Spiritualität und Coping an der Universität Witten/Herdecke, Mitherausgeber der Deutschen Zeitschrift für Onkologie, Forschungsgebiete: Bedeutung der Spiritualität als Ressource im Umgang mit chronischer Krankheit, Bedeutung nicht-pharmakologischer Interventionsverfahren für chronisch Kranke

buessingWelche Bedeutung hat das Gebet in Bezug auf Krankheit und Gesundheit: Gebet als reaktive Bitte um Gesundheit und Krankheitsabwendung oder als ein »Dasein vor Gott«, ohne etwas zu wollen? Wer in Zeiten der Not betet, hat eine Ressource, auf die er baut, wenn er selber nicht mehr weiter weiß. In empirischen Untersuchungen lassen sich jedoch zumeist keine wesentlichen Zusammenhänge zwischen Gebetsnutzung und der Ausprägung psychischer Belastung herstellen. Ist das Gebet also nutzlos? Oder offenbart es einen Sinngehalt jenseits der Empirie?

 

11.45 Uhr: Impuls
"Haben Sie einen Moment Zeit?"
Spiritual Care für Menschen mit lebensbegrenzender Erkrankung im heutigen Krankenhausalltag
Dr. med. Friederike Boissevain, MAS Palliative Care, Internistin, Hämato-Onkologin, Palliativmedizinerin, Vorstandsvorsitzende und Koordinatorin des Hospizvereins Dänischer Wohld – Menschen begleiten e. V., Soto-Zen-Priesterin

boissevainSpirituelle Fürsorge versucht, den existentiellen Fragen und Nöten von Menschen mit lebensverkürzenden Erkrankungen einen Raum zu geben. Sie findet statt in der Begegnung. Wie kann diese im Alltag eines modernen Klinikbetriebes gelingen?

 

 

 

12.05 Uhr: Meditation


12.15 Uhr: Talk
Über das Leiden hinaus
Wie Achtsamkeit das Verständnis von Gesundheit und Heilung verändert
Kann Achtsamkeit die Basis legen für einen neuen Umgang mit Krankheit? Wie kann Selbstfürsorge zu einem inneren Entwicklungsmotiv werden? Welche Herausforderungen gehen damit in klassischen Behandlungs-Settings einher? Im Gespräch werden
Prof. Dr. med. Jost Langhorst
Dr. Christine Brähler
Prof. Dr. med. Arndt Büssing
Dr. Friederike Boissevain
eruieren, wie Meditation bei der Behandlung von Erkrankungen helfen kann und die Akzeptanz von nicht überwindbarem Leiden verbessert. Im Fokus steht dabei auch die Behutsamkeit, derer es bedarf, um Achtsamkeit nicht zum Allheilmittel zu stilisieren und dadurch Heilungsstress zu erzeugen, denn auch der Schmerz hat seine eigene Würde.

eschModeration: Prof. Dr. med. Tobias Esch, Gesundheitsforscher, Professor für Integrative primäre Gesundheitsversorgung an der Universität Witten/Herdecke, affiliierter Neurowissenschaftler an der State University of New York

 

 

 

13 Uhr: Mittagspause / Exploration Lab

Diskutieren Sie mit Gleichgesinnten Fragen, die Ihnen zu Meditation und Achtsamkeit unter den Nägeln brennen

14 Uhr: Musikalisches Intermezzo
Rudolf Faber

 

Themenschwerpunkt
Meditation mitten im Leben: Wachstum und Entfaltung als Weg der Selbst- und Welterkenntnis

 

14.05 Uhr: Impuls
Den Sinn jenseits des Selbst entdecken
Lebenssinn im Spiegel alltagsweltlicher und spiritueller Erfahrungen
Prof. Dr. Tatjana Schnell, Empirische Sinnforscherin, Assoziierte Professorin für Persönlichkeits- und Differentielle Psychologie an der Universität Innsbruck, Österreich

schnellWer nach Sinn fragt, hat bereits einen Perspektivenwechsel vorgenommen. Anders als die Suche nach Glück impliziert die Sinnfrage eine Metaperspektive, die neben dem Selbst auch weitere Bezüge fokussiert: Was bedeutet mein Handeln im Hinblick auf die Folgen, mein Sein im Hinblick auf das größere Ganze? Dementsprechend sind Sinnerfahrungen nach unseren Studienergebnissen besonders evident, wenn das Selbst sich transzendiert – sei es vertikal (z.B. Spiritualität) oder horizontal (z.B. Generativität).

 

14.20 Uhr: Impuls
Bewusstsein ist keine Privatsache
Warum wir eine Kultur des Geistes brauchen
Prof. Dr. Dr. phil. Harald Walach, Professor für Forschungsmethodik an der Medizinischen Universität Poznan, Polen und Gastprofessor für philosophische Grundlagen der Psychologie an der Universität Witten-Herdecke

walachDas einzige auf der Welt, über das wir in Grenzen selber verfügen können, ist unser Bewusstsein. In der Regel ist es als Instrument auf die vielfältigen Herausforderungen, die sich uns in unserer komplexen Umwelt stellen, schlecht vorbereitet. Es ist häufig von allen möglichen Meinungen und Erwartungen so geprägt, dass wir unsere Freiheit zu handeln und auszuwählen nur schlecht wahrnehmen können. Daher ist eine systematische Kultivierung unseres Bewusstseins eine Frage der Zukunft. Nicht nur für uns privat, sondern für unsere Gesellschaft.


14.35 Uhr: Talk
Die Sehnsucht nach dem guten Leben 
Achtsamkeit zwischen Narzissmus und Sinnversprechen
In einer Welt des ständigen Beschäftigtseins jagen wir dem guten Leben nach, ohne jemals anzukommen. Achtsamkeit wird zu einem Zufluchtsort, an dem wir Ruhe finden und ganz wir selbst sein können. Doch reicht es, das Ich durch Meditation zu stärken, damit es den äußeren Herausforderungen besser widersteht? Oder ist der starke Ich-Bezug des modernen Individualismus selbst Teil des Dilemmas? Im Gespräch werden
Prof. Dr. Tatjana Schnell
Prof. Dr. Dr. phil. Harald Walach
der Frage nachgehen, wie gängige Vorstellungen von Resilienz und Selbstwirksamkeit sich womöglich wandeln müssen, damit sich eine Bewusstseinskultur entfalten kann, in der nicht mehr vor allem die Beziehung zu uns selbst im Vordergrund steht, sondern ein ganzheitlicher Weltbezug, in dem wir über uns hinausgehen.


porajModeration: Dr. Alexander Poraj, Zen-Lehrer, Spirituelle Leitung, Benediktushof – Zentrum für spirituelle Wege, Holzkirchen bei Würzburg



 

 

15.05 Uhr: Kurze Pause

 

15.20 Uhr: Festvortrag
Paradoxien der Meditation 
Über Weisheit und Wissenschaft, säkulare Ethik und Fiktion
Prof. Gert Scobel, Professor für Philosophie und Interdisziplinarität, Hochschule Bonn-Rhein-Sieg sowie Redaktionsleiter scobel, 3sat

scobel

 

 

 

 

 

16.05 Uhr: Meditation

16.10 Uhr: Geleitworte
Prof. Dr. med. Tobias Esch

16.20 Uhr: Verabschiedung

16.30 Uhr: Ende des Kongresses

 

- Programmänderungen vorbehalten -