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Oh, Corona! Vom Kleinen zum Großen …

Die Welt hat den Atem angehalten. Jetzt muss sie das Atmen wieder neu erlernen, wie es scheint. Die vergangenen Monate – mittlerweile Jahre (!) – haben uns erneut vor Augen geführt, wie verwundbar und gleichzeitig abhängig voneinander wir stets sind. Wenn in China der berühmte „Sack Reis“ umfällt, dann hat das eben sehr viel mit uns allen zu tun, selbst im verstecktesten Ort dieser Welt. Und mit den Verstecken in unserem Inneren.


Wie wir kollektiv in eine Ohnmacht gestürzt sind, so wurde auch der ursprüngliche Kongress Meditation & Wissenschaft 2020 ein Opfer der Pandemie. Jetzt starten wir neu. Doch die Themen sind geblieben, allenfalls der Klang ist lauter, dissonanter geworden. Ein kollektiver „Wake-up Call“!


Alles hängt eben mit allem zusammen. Untermauert auch der Philosoph Markus Gabriel, zu finden etwa in meinem aktuellen Buch Mehr Nichts!:


„Nach der virologischen Pandemie brauchen wir nun eine metaphysische Pan-Demie, eine Versammlung aller Völker unter dem uns alle umfassenden Dach des Himmels, dem wir niemals entrinnen werden.“


Und so haben wir das Programm unseres aktuellen Kongresses ganz der Frage gewidmet, wie aus dem Kleinen, aus dem individuellen Selbstbezug, auch einer Praxis von Meditation und Achtsamkeit, schließlich transformative Prozesse im Großen angeschoben und begleitet, ja sogar initiiert werden können: am Arbeitsplatz, in Kultur und Gesellschaft, selbst in „planetaren“ Zusammenhängen.


Was braucht es nun? Was ist überhaupt eine Transformation? Und welche ethischen, moralischen, sozialen, aber genauso therapeutischen und medizinischen Aspekte – oder Konsequenzen – wären zu beachten? Welche Rolle könnte das Bewusstsein spielen, individuell und kollektiv? Und ist das Leben unter diesen neuen Vorzeichen überhaupt noch liebenswert?


Wir wollen uns mehr zu engagieren versuchen, gemeinsam ermutigen und inspirieren. Aber auch die Lebenskunst feiern. Das sei nicht vergessen.


Dafür laden wir SIE hiermit herzlich ein!

Univ.-Prof. Dr. med. Tobias Esch
Vorsitzender des Wissenschaftlichen Kuratoriums des Kongresses Meditation & Wissenschaft 

Die Sehnsucht nach Zukunft

Achtsamkeit & Transformation


Erleben Sie 28 spannende Referentinnen und Referenten im Herzen Berlins

Was vermag Meditation zu bewirken in einer Zeit, in der die Welt mehr und mehr aus den Fugen gerät? In der globalen Pandemie hat sich die Popularität von Achtsamkeit enorm verstärkt. Wo gewohnte Lebensweisen auf einmal nicht mehr greifen, wird das bewusste Innehalten zur Zuflucht. Sind Stille und Wachheit dabei mehr als nur eine weitere Resilienz-Strategie auf dem Trend-Radar? Kann Meditation nicht nur für das Selbst etwas bewirken, sondern auch in der Mitte einer Gesellschaft, die zwischen Virus-Bedrohung und Klimakrise nach einer besseren Zukunft sucht?

Die Kongress-Highlights:

Vom Ego-System zum Eco-System – Ko-kreative Lebens- und Arbeitswelten mit Otto Scharmer

Einander wirklich begegnen – Empathie und Perspektivübernahme mit Anne Böckler-Raettig

Hartmut Rosa über die Kraft des Unverfügbaren / Weisheit ist Transformation mit Gert Scobel

Stefan Brunnhuber über ein Bewusstsein für das, was wesentlich ist

Studien zu Resilienz und Ethik (in der Post-Pandemie und im Business), zu den Effekten von Meditations-Apps sowie den Langzeit-Wirkungen von Meditation


Mit unserem 6. Kongress Meditation & Wissenschaft, der am 1./2. April 2022 in Berlin stattfinden wird, möchten wir den Herausforderungen der Zeit ins Auge schauen und beleuchten, wie Achtsamkeit zu einer grundlegenden soziokulturellen Transformation beitragen kann. Welche Selbst- und Welt-Modelle hat die Achtsamkeitsbewegung zu bieten? Belässt sie es bei der persönlichen Ermächtigung oder entwickelt sie auch politisch wirksame Impulse? Was braucht es, damit Meditation nicht nur das Gewahrsein im Privaten stärkt, sondern auch soziales und ethisches Engagement inspiriert? Ist Achtsamkeit nicht nur Heilmittel, sondern gewinnt sie auch Momentum als Kraft eines Wandels, der das Verständnis von Gesundheit und Krankheit, der Rolle der im Gesundheitswesen Tätigen und der Medizin im Ganzen grundlegend verändert?


Eine eigens für den Kongress durchgeführte tiefenpsychologische Studie betrachtet, wie die Deutschen ihre Zukunft sehen – und welche Zukunft sie sich wünschen. Otto Scharmer illustriert, wie die Ego-Systeme unserer Lebens- und Arbeitswelten zu ganzheitlichen Eco-Systemen reifen können, getragen von achtsamer Ko-Kreativität. Eine neue Studie zu Unternehmen des Finanzwesens beleuchtet, wie Meditation im Business von Achtsamkeit über Resilienz zu nachhaltigem Kulturwandel führt. Stefan Brunnhuber, als einziger Deutscher Mitglied der Lancet Covid-Commission „Green Recovery“, untersucht, welche Bedeutung die Bewusstseinsdimension für Prozesse gesellschaftlicher Transformation spielt. Und Hartmut Rosa zeigt, wie aus unserem Sinn für das Unverfügbare Lebendigkeit sich als Erfahrung eines existenziellen Berührtwerdens entfalten kann.


Mit psychologischen Studien zu den positiven Wirkungen von Meditation bei Langzeitpraktizierenden, zu Empathie und Perspektivübernahme im Angesicht komplexer Herausforderungen sowie den die Persönlichkeit stabilisierenden Einflüssen von Achtsamkeit im Angesicht von Krisen illustrieren hochkarätige Forscherinnen und Forscher die praktische Wirksamkeit von Achtsamkeit. Der beliebte Science Slam gibt wieder einen Überblick aktueller Forschung aus Medizin und Therapie zu Fragen wie Stressreduktion und Burnout, der Wirkung der Compassion Focused Therapy und dem Einsatz von Achtsamkeit in der Medizin.